Die Flagge von Vietnam und die Fahne mit Hammer und Sichel sieht man an jeder stark befahrenen Straße an jedem Laternenmast. Haufenweise. In jeder Stadt.
Dazwischen immer mal Spruchbänder mit Parolen, die ich natürlich nicht lesen kann. Aber ¨Ho Chi Minh¨ steht öfters mal drauf.
Das ist schon irgendwie seltsam. Einerseits kommt es einem so ein bisschen wie DDR vor: es gibt diese Symbole aus dem Sozialismus, die roten Fahnen und den Personenkult um Ho Chi Minh. Es gibt Straßenpolizei, Zugpersonal und Kassierer für die Straßengebühr, die von ihrer Uniform her an Nordkorea erinnern. Und es gibt leblose Prachtboulevards und seltsame Denkmale mit rotem Stern.
Andererseits wirkt das Land so gar nicht sozialistisch: Die jungen Leute haben alle Handys und nutzen diese viel intensiver als bei uns. Es gibt zahlreiche Kleinstbetriebe, wie Garküchen, Straßenverkäufer oder Einzelhandelsunternehmen, die selbst ihren Unterhalt verdienen und sich ohne staatliche Hilfe und Bevormundung über Wasser halten können.
Es ist so was wie ¨Sozialismus 2.0¨ und ich stelle mir die Frage, ob das unter Umständen auch ein tragfähiges Modell für die DDR gewesen wäre...?
Unser Reiseleiter hat nicht viel zum Thema Sozialismus gesagt - nur so viel, dass hier sehr viel in die eigene Tasche gewirtschaftet wird und dass Polizisten bestechlich seien.
Soviel dazu...

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