Dienstag, 21. Februar 2017

Ätzende Nacht im Flugzeug

Der Flug ist ätzend. Irgendwie haben die Asiaten keine Ruhe. Ständig läuft einer den Gang auf und ab. Ich sitze am Gang und werde ständig angerempelt oder es hält sich jemand an meiner Lehne fest.

Ständig geht irgendwo das Licht an, drei Plätze weiter schnarcht einer wie eine Kreissäge, hinter mir ging gerade ein Gedudel von einem Tamagochi oder so was an - und nun muss das Kind vor mir auch noch eine Fertignudelsuppe essen. Nachts um halb vier.

Die spinnen.

Montag, 20. Februar 2017

VN 838 nach Hanoi

Lauter chinesische Frauen an Bord.

In der Maschine sind sicher 70-80 % chinesische Frauen vom Typ 'Kegelausflug' (was heißt nochmal 'Kegelausflug' auf Chinesisch??). Weit und breit kein Mann zu sehen. Möchte mal wissen, was das für eine Gruppe ist. Ein einziges Gegackere und Gekreische.

Neben mir sitzt zum Glück 'nur' ein chinesisches Ehepaar. Aber auch kurios: die beiden haben direkt nach dem Hinsetzen und noch vor dem Start jeder einen Burger von Burger King gefuttert. Ganz schnell reingeschoben. Wahrscheinlich schmeckt es auf einer Sitzreihe im Flugzeug besser, als im Wartebereich oder gar bei Burger King selbst.

Das Essen vom Flug haben sie eingepackt: in eine Tüte mit lauter anderem Essenszeug, das sie wahrscheinlich von Frühstück oder sonstwo mitgenommen haben.

Sachen gibt's.

Hier läuft man zum Flugzeug

Zum Flughafen

Life is beautiful

Life is beautiful

24. Tag: Abschied nehmen

Heute ist mein letzter Urlaubstag.

Ich sitze am Swimming Pool dieses wunderbaren Hotels und lasse den Urlaub Revue passieren, bis ich mich heute gegen 17 Uhr auf den Weg zum Flughafen machen muss.

Um 19.50 Uhr geht dann mein Flieger nach Hanoi, und dann kurz vor Mitternacht der nach Frankfurt.

Bye bye, Cambodia!

Das erste Mal in Kambodscha und Vietnam. Wie war mein Eindruck? Was hat mir gefallen, was nicht so sehr? Wie war die Rundreise? Wie waren meine selbstorganisierten Tage? - ein kleines Resumee.

1. Die Vorstellungen und wie es dann wirklich war
Ich hatte eine diffuse, aber keine genaue Vorstellung, was mich erwartet. Ich habe im Vorfeld viel gelesen und konnte vieles schon besser einschätzen, als noch vor ein paar Monaten. Jetzt, wo ich nun hier war, fühlte es sich dann doch alles ein bisschen anders an. Vor allem greifbarer, konkreter. Nicht mehr so unbekannt.

Bzgl. Vietnam und zur Rundreise:
Ich habe eine Rundreise gebucht, die ziemlich viel Natur als Programmpunkte enthielt. Zwischen den einzelnen Programmpunkten gab es natürlich längere Fahrstrecken mit dem Bus. Das wusste ich und kannte ich ja auch von anderen Rundreisen.

Was ist nicht erwartet hatte, ist das Vietnam so dicht besiedelt ist, und man fast nur auf überfüllten Straßen unterwegs war, die eher einer Ausfallstraße aus der Stadt, als einer Landstraße ähnelten. Entsprechend anstrengend war die Fahrerei. Sonst hatte ich lange Busfahrten eher als angenehm und entspannend emfpunden - hier war es jedoch eher nervig.

Was mir außerdem so nicht bewusst war, ist, dass es in Vietnam mehr als doppelt so viel Niederschlag gibt, wie in Deutschland. Entsprechend muss man mit Regentagen rechnen, die wir ja auch dann hatten.

2. Die Rundreise
Das war insgesamt alles okay und gut organisiert. Über die Eigenheiten unseres ersten Reiseleiters hatte ich ja schon berichtet. Ein paar Details waren bei Gebeco schlechter, als bei meinen bisherigen Rundreisen: die Informationen aus dem Reiseablauf vorab waren eher spärlich und wir hatten insgesamt vier verschiedene Reiseleiter, was ich so auch noch nicht kannte.

3. Sozialistische Republik
Dass Vietnam sozialistisch ist, merkt man als Tourist vor allem an den vielen roten Fahnen und Transparenten, und an den vielen Uniformen, die auf der Straße zu sehen sind.

Außerdem ist das Nachtleben nicht besonders ausgeprägt und beschränkt sich auf Restaurants. Rotlichtviertel, Nachtclubs usw. gibt es so gut wie gar nicht, und wenn dann nur in Saigon.

Man sieht öfters mal Polizei, als in anderen Städten oder Ländern, was den positiven Effekt hat, dass man sich als Tourist sehr sicher fühlt und es die negativen Auswirkungen des Kapitalismus wie Drogendealer, Alkoholismus oder Obdachlose nicht gibt.

4. Nord-Süd-Gefälle
Je weiter man in Vietnam von Norden nach Süden kommt, umso freundlicher / westlicher wird es. Der Norden ist wohl eher vom Einfluss Chinas und des Kommunismus geprägt, während der Süden ja auch schon eine kapitalistische Phase hatte. Das Wetter trägt auch seinen Teil dazu bei: im Norden ist eher bewölkt und regnerisch - im Süden sonnig und heiß!

5. Kambodscha
Für mich war Kambodscha vor allem weit weg und unbekannt. Ich hatte von den Gräueltaten der Roten Khmer gehört, und von Angkor Wat natürlich, aber mehr wusste ich nicht darüber. Ist man dann dort, ist es alles anfassbar und greifbar.

Kambodscha ist ärmer als Vietnam. Hier leben die Menschen eher in Hütten oder einfachen Holzhäusern, in denen sich alles abspielt. Vorne Verkauf oder Werkstatt, hinten Wohn- und Schlafraum. In Vietnam sind es immerhin meist feste Gebäude.

6. Highlights
Die absoluten Highlights dieser Reise sind die Halong-Bucht und Angkor Wat. Wenn auch die anderen Programmpunkte nicht zu verachten waren, so ist klar, dass keiner an diese zwei Höhepunkte herankommt. Ich bin sehr froh, dies gesehen zu haben.

7. Essen
Sowohl in Kambodscha, als auch Vietnam überall sehr, sehr lecker. Die frischen Früchte ein Traum.

8. Sauberkeit
Was soll ich sagen: in unseren Hotels alles okay und westlicher Standard - in den Garküchen oder manchen Toiletten doch eher ... reden wir nicht darüber.

9. Magenverstimmungen / Durchfall / Krankheiten
Nix passiert. Sobald man irgendwo isst, wo Touristen hingehen, kann man normalerweise alles bedenkenlos essen. Mückenstiche hatte ich so gut wie keine. Nur bei der letzten Station im Hotel mit dem tropischen Garten in Siem Reap hatte ich zwei oder drei Stiche. Das waren aber die üblichen Schnaken, die sich abends im Schlaffzimmer breit machen und auf ein Opfer warten.

10. Freundlichkeit
Überall sehr gut. Viele Kinder die einem ¨Hello¨ zurufen. Sehr freundliches Personal in den Hotels. Auch auf der Straße sehr respektvoll und überhaupt nicht agressiv.

11. Anmache / Aufdringlichkeit
Die Tuk Tuk-Fahrer waren nervig, aber sonst hielt es sich mit der Anmache sehr in Grenzen. Es war weniger als erwartet und war dann auch immer mit einem einfachen Kopfschütteln erledigt.

12. Fazit
Sehr empfehlenswert. Aber an meinen bisherigen Lieblingsurlaub Namibia kommt Vietnam / Kamboddscha nicht ran ;-)

Sonntag, 19. Februar 2017

Müll

Mal ein paar Worte zum Müll.

Plastikabfälle sind die Geißel der Menschheit. Demjenigen, der irgendwann mal einen Stoff erfindet, der die gleichen Eigenschaften wie Plastik hat, aber verrottet, gebührt der Nobelpreis.

Die Gegend, das ganze Land wäre eigentlich sehr schön, wenn nicht überall Platikabfälle herumliegen würden.

In einem Land, das sehr arm ist und keine organisierte Müllbeseitigung hat, bleibt es wohl nicht aus, dass der Müll in der Landschaft landet. Manchmal auf einer Halde, manchmal aber auch überall.

Das Bild ist das extremste Beispiel, das ich gesehen habe, wo Frauen mit ihren Kindern mitten im Müll sitzen und Fische säubern.

Um es klarzustellen: nicht überall sieht es so aus, aber die Zeichen sind nicht übersehbar. Die Ziviliationsgesellschaft kommt auch auf diese Weise in die armen Länder. In Vietnam war das übrigens nicht viel anders...

Mein Fahrrad, mein Grüntee und ich

23. Tag: Radtour zum Tonle Sap-See

Da mir die Radtour gestern so gut gefallen hat, habe ich mich heute morgen spontan entschlossen, mir nochmal ein Rad auszuleihen und auf eigene Faust die Gegend zu entdecken - dieses Mal nicht Richtung Norden zu den Tempeln, sondern in Richtung Süden zum Tonle Sap-See.

Ich also erstmal zum Fahrradladen und wieder ein Fahrrad ausgeliehen, und los.

Zunächst ging es auf Nebenstraßen durch ein paar Dörfer. Sobald man die Touristenzone verlassen hat, wird es schon sehr arm, und man kann verstehen, warum die Menschen für jeden Dollar dankbar sind.

Nach den Dörfern dann irgendwann freies Feld und weiter zum Tonle Sap-See. Dieser ist eigentlich kein See, sondern eine sehr große Ausbuchtung des Tonle Sap-Flusses.

Der See ist etwas Besonderes, und zwar aus folgendem Grund: Kambodscha ist flach wie eine Scheibe. In der Regenzeit müssen die Wassermassen irgendwo hin. Also dehnt sich der See um ein Vielfaches aus und wird zum größten See Südostasiens.

Der Tonle Sap mündet in den Mekong. Der Mekong führt zur Regenzeit so viel Wasser, dass der Tonle Sap in dieser Zeit in umgekehrter Richtung fließt und den See zusätzlich mit Wasser füllt. Auch das eine Besonderheit.

Die Bewohner haben ¨schwimmende Dörfer¨ gebaut, die sich dem Wasserstand anpassen - eine geniale Idee!

Nun ist allerdings Trockenzeit und der See hat sich weit, weit zurückgezogen. Die Straße, auf der ich gekommen war, endete irgendwann im Nichts und es war kein See zu sehen. Lediglich ein Rinnsaal führte Fischer und Ausflugsboote wohl zum See...

Einen Ausflug mit einem Boot wollte ich aber nicht machen. Schließlich hatte ich ja mein Fahrrad dabei. Also blieb es bei einem Bild ohne See. Schwer vorzustellen, dass das in der Regenzeit alles überflutet ist...

Samstag, 18. Februar 2017

Vishnu

Ta Prohm

Platten an meinem Rad

Start am frühen Morgen

22. Tag: Radtour zum Tempelkomplex von Anglor Wat

Heute stand eine ganztägige Radtour zum Tempelkomplex von Angkor Wat auf dem Programm.

Die Radtour hatte ich schon von zu Hause gebucht, nachdem der Anbieter, ¨Grashoppers Adventures¨ im Internet von allen Seiten kräftig gelobt wurde. Und ich wurde auch nicht enttäuscht. Kann ich nur empfehlen!

Um 7:15 sollte ich da sein, um 07:30 ging es dann los.

Alles war perfekt organisiert. Als ich ankam, standen für mich und die anderen Teilnehmer der Tour schon mit Namen gekennzeichnete Fahrräder bereit. Diese passten in der Größe (hatte ich bei der Buchung angegeben) und waren sehr gut in Schuss: Scheibenbremsen, 24 Gänge, guter Sattel.

Nach einer kurzen Einweisung und einer Probefahrt ging es dann los. Zwei Führer begleiteten uns vom frühen morgen bis um 16 Uhr, als wir wieder zurück waren. Der eine vorneweg, der andere hintendran.
Im Preis inbegriffen waren alle Getränke und ein ausgiebiges Mittagessen aus mehreren Gängen.

Auf kleinen Pfaden ging es die meiste Zeit abseits vom Touristenrummel durch Felder und Wald - bis wir plötzlich vor einer halb verfallenen Mauer und einem Tor standen. Nun konnte es nicht mehr weit sein.

Das ganze Gebiet ist riesig. Zig Tempel stehen hier auf einer riesigen Fläche. Angkor Wat ist nur einer davon: der Bekannteste, weil der Größte. Wir haben drei davon besucht: Ta Phrom, Bayon und Angkor Wat.

Für mich war das Highlight Ta Phrom. Das ist der Tempel, wo meterhohe Bäume im Laufe der Jahrhunderte die Mauern in Beschlag genommen haben und Würgefeigen diese im wahrsten Sinne des Wortes zu erwürgen scheinen.

Es ist wie eine Traumwelt, die nicht von dieser Welt zu sein scheint. Tomb Raider oder Indiana Jones lassen grüßen! Phantastisch und surreal!

Freitag, 17. Februar 2017

Vogelspinnen, Kakerlaken und Co.

Hier gibt es sie nun endlich: die gräuslichen Spezialitäten, die die Kambodschaner angeblich essen: fritierte Vogelspinnen, Skorpione, Riesenkakerlaken, Würmer oder Schlangen.

An jeder Ecke steht so ein Verkaufsstand - mit dem Hinweis ¨Photo 0,50 US-$¨. Also deshalb. Verkaufen tun sie nicht viel. Kaum ein Tourist wagt sich ran.

Ich hab auf dem großen Markt von Phnom Penh alle möglichen Sorten von Fleisch und Fisch gesehen - Insekten waren nirgends zu sehen.

Es scheint also selbst in Kambodscha die Ausnahme zu sein, so etwas zu essen.

In diesem Zusammenhang:
Wir haben unseren Führer, der uns durch Zentralvietnam begleitet hat, darauf angesprochen, ob die Vietnamesen wirklich viel Hundefleisch essen.

Er hat sich abfällig darüber geäußert und gesagt, dass die Chinesen und die Leute im Norden von Vietnam alles essen würden (chinesischer Einfluss). Er würde hingeben nur Schweinefleisch, Rindfleisch oder Geflügel essen. Und im Süden gäbe es das gar nicht mehr.

Gesehen habe ich nirgends, dass es Hund zu kaufen gab. Zumindest nicht bewusst. Das scheint also auch eine Randerscheinung zu sein.

Siem Reap...

... ist wie Gran Canaria in der Hauptsaison, nur viel schlimmer.

In der Pub Street ist es so laut wie im Yumbo-Center und die Tuk Tuk-Fahrer lauern an allen Ecken.

Heute gibt es zu Abwechslung mal nicht nur ¨Tuk Tuk, Sir?¨ sondern auch viel ¨Want massage?¨, ¨Want lady girl?¨, ¨Nice lady bar?¨ oder ¨bump bump?¨. Ja, seh ich denn so aus, als wenn ich hetero wäre??

Ich hab nur die Leute beobachtet und nichts gegessen oder getrunken und bin dann wieder zurück ins Hotel und hab mir eine Dose aus der Minibar aufgemacht. Nun sitze ich auf meinem kleinen Balkon und schaue in den kleinen tropischen Garten des Hotelinnenhofs.

Morgen Abend werde ich wohl eher im Hotel essen, anstatt nochmal in die Stadt zu gehen.

Ansonsten steht ja morgen meine organisierte Fahrradtour zu den Angkor-Tempeln an. Ich erwarte, dass wir da auch den Touristenmassen begegnen. Vielleicht nicht auf dem Weg dorthin, aber sicherlich an den Tempeln selbst.

Die Tour wurde im Internet sehr gelobt - ich bin mal gespannt.

Rambutan-Resort

Das Hotel ist absolut zauberhaft. Ein Ort der Ruhe und des Entspannens. Jürgen, das wäre auch was für Dich!

In Siem Reap angekommen

Jetzt hatte ich doch noch Gelegenheit, mit einem Tuk Tuk zu fahren. Die Busgesellschaft hat eine Vereinbarung mit den Tuk Tuk-Fahrern, dass sie nur zwei Dollar bis zu den Hotels im Stadtzentrum nehmen dürfen. Da dachte ich mir, ich kann es riskieren.

Es wurde mir also ein Fahrer zugewiesen. Ich gleich gesagt, dass ich zwei Dollar bezahle und nicht mehr. Er dann gleich angefangen, was ich morgen machen würde und ob ich schon Angkor Wat gebucht hätte? Und wenn nicht morgen, dann übermorgen. Und wenn nicht übermorgen dann später.

Ich hab gesagt, er soll mich erstmal ins Hotel bringen.

Dann ging es weiter: er hätte nicht viel Geld und seine Familie und seine Kinder und so weiter...

Dann habe ich gesagt, ich könne auch wieder aussteigen - dann ist er losgefahren.

Bei der Ankunft dann noch ein paar Sätze dieser Art: ob er mir seine Telefonnummer geben dürfe, für übermorgen. Für Ausflüge...

Ich hab mich dann schnell aus dem Staub gemacht und war froh, dass ich ihn los war.

Neulich am Geldautomat

Typisch.

21. Tag: Phnom Penh - Siem Reap

So. Ich sitze wieder im Bus. Auf zu meiner letzten Station, der Stadt Siem Reap, die Ausgangspunkt für Angkor Wat ist.

Dieses Mal ist der Bus voll. Neben mir sitzt eine kambodschanische Frau, die mit ihren zwei kleinen Töchtern reist. Die beiden mögen vier und fünf Jahre alt sein.

Die Mutter hantiert mit zwei Handys, die Kinder haben ein iPad in der Hand. Im Bus gibt es selbstverständlich WLAN. Überhaupt ist das Handy das Ein und Alles. Es gibt kaum einen, der nicht ständig auf sein Handy schaut.

Entsprechend ist die WLAN-Abdeckung: im jedem Hotel, iedem Restaurant hat man selbstverständlich WLAN. Schaltet man auf der Straße WLAN ein, hat man gute Chancen, sich mit einem freien Netz verbinden zu können. (Für Jürgen: ich bin schon total verstrahlt. Es ist der Horror!).

Die Fahrzeit nach Siem Reap wurde für heute mit fünf Stunden berechnet. Unterwegs gibt es eine Mittagspause von 30 Minuten und zwei Pinkelpausen von je 10 Minuten.

Den Rest der Zeit werde ich die Landschaft genießen und dem Busfahrer bei der Arbeit zuschauen, bevor bei der Ankunft die Tuk Tuk-Fahrer auf mich einstürzen werden...

Donnerstag, 16. Februar 2017

Polizisten bei der Arbeit

Free Wifi-Tuk Tuk

Genozidmuseum Tuol Sleng

Do you need Tuk Tuk?

20. Tag: in Phnom Penh

Nach dem Chaos von gestern Abend war der heutige Tag gar nicht schlecht. Früh am Morgen bin ich aus dem Haus, um der Hitze zu entgehen, und um zwei Ziele zu sehen: das Völkermordmuseum und den Königspalast.

Da ich kein Frühstück im Hotel mitgebucht habe, erst mal in das nächstbeste Lokal (Touristennepp) und ein kleines Frühstück zu mir genommen.

Die Tuk Tuk-Fahrer habe ich links liegen lassen und mir gesagt: 'Ihr bekommt mein Geld nicht, so aufdringlich wie ihr seid'. Ich also zum Genozidmuseum gelaufen (50 Minuten), was sich durchaus gelohnt hat. Kaum war ich aus unserem Viertel draußen, wurde ich von den Tuk Tuk-Fahrern in Ruhe gelassen. Wo keine Touristen sind, gibt es auch keine Aufdringlichkeit.

Stattdessen bin ich nochmal über zwei Märkte gekaufen, was durchaus interessant war. Und auf dem Rückweg dann über die Prachtstraßen Phnom Penhs: an den Denkmälern für die Unabhängigkeit Kambodschas, für den König und dem für die kambodschanisch-vietnamesische Freundschaft. Prachtstraßen mit Parkanlagen. Und Luft zum Atmen...

Doch zurück zum Genozidmuseum. Unter dem Regime von Pol Pot 1975 - 1979 wurden fast zwei Millionen Kambodschaner ermordet. Die Stadtbevölkerung wurde aufs Land vertrieben und musste als Bauern arbeiten. Phnom Penh mit drei Millionen Einwohnern war damals komplett entvölkert. Das muss man sich mal vorstellen!

Die Roten Khmer wollten einen Steinzeitkommunismus errichten: einen Bauernstaat, in dem es nur noch Bauern gibt. Intellektuelle und Kritiker wurden ermordet.

Das Genozidmuseum in Phnom Penh ist eine ehemalige Schule, die zu einem Foltergefängnis umgebaut wurde. 17.000 Menschen wurden hier in diesen Jahren gefoltert und umgebracht, bis schließlich die vietnanische Armee Phnom Penh befreite. Unfassbar.

Das Museum ist Weltkulturerbe.

Zweites Ziel war dann der Königspalast. Das Gelände beherbergt zahlreiche Gebäude und Nebengebäude, die in einer wunderschönen Parkanlage liegen (Bild). Prachtvoll und sehr entspannend bei dem Gewusel draußen. Hier habe ich mehrere Stunden verbracht, bis ich dann mit dem ersten Schritt außerhalb des Palastgeländes wieder gefragt wurde, ob ich nicht ein Tuk Tuk bräuchte...

Mittwoch, 15. Februar 2017

Viele Grüße aus Phnom Penh

Bin heute um sieben angekommen, als es schon dunkel war. Der erste Eindruck? - ätzend. Auf dem Weg zum Restaurant, das mir die Dame an der Rezeption empfohlen hat, und das vielleicht zehn Minuten zu Fuß entfernt ist, bin ich vielleicht 95 mal angesprochen worden:
- You need Tuk Tuk, Sir?
- Motorbike, Sir?
- Mister, want Massage?
- Looking for something to eat?
- Come in have a drink!
- Want girl?

Es nervt. Eine Stadt zum entspannten flanieren ist Phnom Penh wahrlich nicht.

Man merkt auch, dass Kambodscha ärmer ist, als Vietnam. Schon auf der Fahrt, aber auch hier in der Stadt. Ich bin auch ein paar Mal angebettelt worden und hab eine Frau auf der Straße schlafen sehen.

HInter dem Hotel gibt es eine kleine Straße, die man als Rotlichtviertel bezeichnen kann. Leicht bekleidet sitzen die Damen hier auf der Straße.

In Vietnam gab es das alles nicht: keine Bettler, keine Leute, die auf der Straße schlafen, und keine leicht-bekleidete Damen. Hier hat halt der sozialistische Staat ein bisschen mehr sein Auge drauf...

Das Essen, was ich vor mir habe, schmeckt lecler, aber auf der Straße dahinter herrscht Chaos und der Bürgersteig ist total zugeparkt. Dahinter im Dunkeln muss irgendwo der Mekong sein...

Willkommen in Kambodscha!

Habe die Grenze gerade hinter mir. Ziemlich kurios: die vietnamesische Seite ist eine alte, riesige, eklige Lagerhalle, in der in einer Seite drei Holzboxen stehen, in der die vietnanischem Beamten sitzen und den Ausreisestempel vergeben.

Nach dem Stempel nochmal mit dem Pass zu einer anderen Beamtin, die Dir in die Augen schaut und prüft, ob du das auch bist.

Dann Toilettenstopp. Wir zu einem riesigen, neu-gebauten Gebäude gefahren, in dem sich plötzlich die bekannte Duty-free-Welt vom Flughafen auftut: Alkohol, Parfüm, Zigaretten. Und vor allem genauso schick, wie am Flughafen: Werbeplakate, Marmorboden, indirekte Beleuchtung.... Alles da.

Total absurd, denn sowohl vor, als auch nach der Grenze gibt es die bekannten, einfachsten Gebäude, die optisch nicht weiter von dieser Glitzerwelt entfernt sein könnten, wie hier.

Dann weiter zum kambodschanischen Grenzposten. Wieder ein gammliges altes Gebäude.

Ich hatte als Einziger ein e-Visa, während die anderen aus dem Bus entweder ein herkömmliches oder noch gar kein Visum hatten.

Ich mich also als Einziger an den Schalter für e-Visa angestellt. Keiner da. Schließlich kam eine Frau, die dann den Ausdruck meines e-Visas einscannte (!) und mir die Stempel in den Pass machte.

Dann zum nächsten Schalter. Da wurde ich dann fotografiert und es wurden ALLE meine Finger gescannt. Von beiden Händen (!). Die.nehmen's wirklich genau hier in Kambodscha!

Dann als Letztes wieder zu einer Frau, die geschaut hab, ob ich auch bin, wer ich sein soll und dann zurück in den Bus. Nun noch drei Stunden bis Phnom Penh.

19. Tag: Saigon - Phnom Penh

So. Die Rundreise ist nun Vergangenheit - nun geht es auf eigene Faust weiter.

Heute morgen haben wir uns alle verabschiedet. Drei fliegen heute Abend nach Hause, zwei fliegen direkt weiter nach Siem Reap / Angkor Wat. Und ich fahre mit dem Bus nach Phnom Penh. Sechs Stunden soll es dauern - abhängig vom Verkehr und wie lange es an der Grenze dauern wird.

Das Büro des Busunternehmes, bei dem ich ein Online-Ticket gebucht habe, habe ich schon mal gefunden (Bild). Ich bin gespannt...

Verkehr in Vietnam

Mal ein paar Worte zum Verkehr in Vietnam. Es sieht nach einem wahnsinnigen Chaos aus, klappt aber erstaunlich gut.

Erstmal ist überall wahnsinnig viel Verkehr. Es gibt in den Großstädten wie Hanoi oder Saigon keine Bahnen. Es gibt ein paar wenige Eisenbahnlinien durch das Land, aber die stammen noch aus der Kolonialzeit und sind uralt, außerdem einspurig und Schmalspur. Also spielt sich alles auf der Straße ab.

Angeblich hat Saigon bei zehn Millionen Einwohnern acht Millionen Motorroller. Und so fühlt es sich auch an: die Städte sind sehr laut und die Luft ist schlecht.

Zu den Verkehrsregeln:
Ampeln gibt es sehr wenige, umd wenn eine kommt, muss man nicht unbedingt anhalten. Als Motorroller schon gar nicht.

Wichtigste Regel:
Nie anhalten - immer im Fluss bleiben. Es ist wie ein großer Brei, der sich so mit 50 bis 70 km/h fortbewegt. So wie Lava.
Unsere Fahrer sind manchmal zwei Stunden gefahren, ohne dass sie ein einziges Mal stehenbleiben mussten.

Was heißt das? - Zum Beispiel, dass man als Linksabbieger einfach abbiegt, auch wenn eine Unmenge Fahrzeuge entgegenkommen. Schön langsam. Die weichen dann schon aus.

Oder wenn kein Platz da ist: links ein Lkw, rechts einige Motorroller - dann wird halt mal gehupt und der andere macht dann schon Platz. Und man glaubt ja gar nicht, wieviel Platz noch auf einer Straße ist, die für uns schon voll ist: links ein paar cm zum Lkw, rechts ein paar cm zu den Motorrollern. Geht alles. Und da keiner hektische Fahrbewegungen macht oder gar bremst, besteht auch kaum die Gefahr, dass man auffährt.

Gehupt wird ununterbrochen. Auf zehn Minuten Fahrt sicher dreißig Mal.

Kurios ist die Verteilung der Spuren: auf einer vierspurigen Straße fahrenauf den rechten zwei Spuren links die Lkw und Busse, auf der rechten Spur die Autos, und irgendwo zwischendrin und vor allem auf dem Standstreifen die Motorroller.

Die Lkws fahren deshalb links, weil rechts ja die ganzen flinken Motorroller sausen und es deshalb für Lkw und Busse schwierig ist, diesen auszuweichen.

Also bleiben sie links, was zur Folge hat, dass Lkws und Busse rechts überholt werden. Verrückt. Aber funktioniert. Das im Bild zu sehende blaue Schild, das eigentlich eine andere Verteilung der Fahrspuren vorgibt, hat keine Bedeutung...

Busbegleiter

Snack an Bord

Giant Ibis

Geschafft: ich sitze im Giant Ibis-Bus nach Phnom Penh.

Es ist sehr angenehm. Der Bus ist nur zu einem Drittel gefüllt und es sind nur Touristen an Bord.

Ich habe eine ganze Bank für mich in der ersten Reihe. Den reservierten Sitzplatz hatte ich schon online in Deutschland gebucht. Überhaupt eine sehr gute Website!

Der Bus hat sehr viel Beinfreiheit - viel mehr als im Flugzeug. Zur Begrüßung gab es einen kleinen Snack, eine kleine flasche Wasser und ein feuchtes Tuch.

Die Besatzung besteht aus einem Fahrer und zwei Busbegleitern. Der Bus hat kambodschanisches Kennzeichen und die Besatzung ist anscheinend auch aus Kambodscha.

Wenn man bedenkt, dass das die Fahrt nur 18 US-Dollar kostet, ist das ein Witz. Möchte nicht wissen, wie wenig dann eine Überlandfahrt mit einem Bus für Einheimische kostet.

Mit dem Bus zu fahren, war glaube ich eine gute Entscheidung - zumal das von der Zeit her gar nicht so viel Unterschied macht: mit Transfer und Wartezeiten ist man sicher auch vier bis Stunden unterwegs.

Dienstag, 14. Februar 2017

Brautpaar unterwegs

Fischmarkt

Rattenfleisch

Markt an Land

18. Tag: Mekong-Delta nach Saigon

Nach der Nacht auf dem Schiff ging es heute zurück nach Saigon.

War schön heute morgen, als ich aufgewacht bin, und die Sonne im Nebel gerade aufgeganen ist, der Kapitän den Motor wieder angeworfen hat, und wir in aller Ruhe durch eine neblige, aber warme Flusslandschaft geschippert sind.

Die Fischer haben ihre Netze eingeholt und es kamen uns die ersten Schiffe entgegen, bis es Frühstück gab.

Nach dem Frühstück dann Auschecken und mit einem kleineren Boot über den schwimmenden Markt der Stadt Can Tho.
Da war was los. Ein Boot nach dem anderen. Es ist quasi ein Großmarkt auf dem Wasser, auf dem größere Schriffe vor allem Obst für kleinere Schiffe (Einzelhändler) anbieten.

An einer Bambusstange sieht man immer, was das einzelne Boot anbietet. Da hängen dann zum Beispiel Ananas oder Süßlkartoffeln dran.

Ein ¨Kaffee-Boot¨ hat zwischendurch an unserem Boot angelegt und Kaffee und Kokusnuss-Milch verkauft (in der Kokusnuss mit Strohhalm).

Später dann an Land noch einen Ausflug auf den richtigen Markt, wo dann auch Fisch und Fleisch verkauft wird. Und natürlich Obst und Gemüse. Vieles, was man bei uns gar nicht kennt.

Montag, 13. Februar 2017

Mekong-Delta

Rundgang durch den Ort

Skorpionschnaps

Kabine an Bord

Schlangenschnaps

17. Tag: Von Saigon ins Mekong-Delta aufs Schiff

Heute ging es von Saigon aus ins Mekong-Delta. Drei Stunden Fahrt.

Nach der Ankunft haben wir zunächst eine Fahrt mit dem Boot durch ein Dorf gemacht (Bild) und dort einen Familienbetrieb besucht, in dem besondere Süßigkeiten, z. B. Kokosbonbons, Puffreis, Mangobonbons, etc. hergestellt werden - alles mit der Hand. War total interessant.

Außerdem gab es diverse Absonderlichkeiten, wie zum Beispiel Schlangen- oder Skorpionschnaps, zu kaufen. Ich wollte nicht probieren...

Dann ging es auf das Schiff, auf dem wir übernachten werden. Mit uns sind 15 Leute drauf, also ein kleinerer Rahmen, als in der Halong-Bucht.

Dann gab es wieder ein leckeres Mittagessen an Bord. Bzgl. Essen kann man sich wirklich nicht beschweren!

Am Nachmittag gab es dann nochmal einen Landgang in ein Dorf, in dem alles Mögliche angebaut wird: Bananen, Guave, Papaya, Mango und Früchte, die man bei uns gar nicht kennt, z.B. die Jackfrucht oder Milchapfel. Auch sehr interessant! Und natürlich gab es anschließend eine Verkostung. Es ist schön, frisch geerntete Früchte direkt vom Baum zu essen. Sehr lecker!

Die Sonne geht unter - gleich gibt es Abendessen!