Donnerstag, 16. Februar 2017

20. Tag: in Phnom Penh

Nach dem Chaos von gestern Abend war der heutige Tag gar nicht schlecht. Früh am Morgen bin ich aus dem Haus, um der Hitze zu entgehen, und um zwei Ziele zu sehen: das Völkermordmuseum und den Königspalast.

Da ich kein Frühstück im Hotel mitgebucht habe, erst mal in das nächstbeste Lokal (Touristennepp) und ein kleines Frühstück zu mir genommen.

Die Tuk Tuk-Fahrer habe ich links liegen lassen und mir gesagt: 'Ihr bekommt mein Geld nicht, so aufdringlich wie ihr seid'. Ich also zum Genozidmuseum gelaufen (50 Minuten), was sich durchaus gelohnt hat. Kaum war ich aus unserem Viertel draußen, wurde ich von den Tuk Tuk-Fahrern in Ruhe gelassen. Wo keine Touristen sind, gibt es auch keine Aufdringlichkeit.

Stattdessen bin ich nochmal über zwei Märkte gekaufen, was durchaus interessant war. Und auf dem Rückweg dann über die Prachtstraßen Phnom Penhs: an den Denkmälern für die Unabhängigkeit Kambodschas, für den König und dem für die kambodschanisch-vietnamesische Freundschaft. Prachtstraßen mit Parkanlagen. Und Luft zum Atmen...

Doch zurück zum Genozidmuseum. Unter dem Regime von Pol Pot 1975 - 1979 wurden fast zwei Millionen Kambodschaner ermordet. Die Stadtbevölkerung wurde aufs Land vertrieben und musste als Bauern arbeiten. Phnom Penh mit drei Millionen Einwohnern war damals komplett entvölkert. Das muss man sich mal vorstellen!

Die Roten Khmer wollten einen Steinzeitkommunismus errichten: einen Bauernstaat, in dem es nur noch Bauern gibt. Intellektuelle und Kritiker wurden ermordet.

Das Genozidmuseum in Phnom Penh ist eine ehemalige Schule, die zu einem Foltergefängnis umgebaut wurde. 17.000 Menschen wurden hier in diesen Jahren gefoltert und umgebracht, bis schließlich die vietnanische Armee Phnom Penh befreite. Unfassbar.

Das Museum ist Weltkulturerbe.

Zweites Ziel war dann der Königspalast. Das Gelände beherbergt zahlreiche Gebäude und Nebengebäude, die in einer wunderschönen Parkanlage liegen (Bild). Prachtvoll und sehr entspannend bei dem Gewusel draußen. Hier habe ich mehrere Stunden verbracht, bis ich dann mit dem ersten Schritt außerhalb des Palastgeländes wieder gefragt wurde, ob ich nicht ein Tuk Tuk bräuchte...

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