Da mir die Radtour gestern so gut gefallen hat, habe ich mich heute morgen spontan entschlossen, mir nochmal ein Rad auszuleihen und auf eigene Faust die Gegend zu entdecken - dieses Mal nicht Richtung Norden zu den Tempeln, sondern in Richtung Süden zum Tonle Sap-See.
Ich also erstmal zum Fahrradladen und wieder ein Fahrrad ausgeliehen, und los.
Zunächst ging es auf Nebenstraßen durch ein paar Dörfer. Sobald man die Touristenzone verlassen hat, wird es schon sehr arm, und man kann verstehen, warum die Menschen für jeden Dollar dankbar sind.
Nach den Dörfern dann irgendwann freies Feld und weiter zum Tonle Sap-See. Dieser ist eigentlich kein See, sondern eine sehr große Ausbuchtung des Tonle Sap-Flusses.
Der See ist etwas Besonderes, und zwar aus folgendem Grund: Kambodscha ist flach wie eine Scheibe. In der Regenzeit müssen die Wassermassen irgendwo hin. Also dehnt sich der See um ein Vielfaches aus und wird zum größten See Südostasiens.
Der Tonle Sap mündet in den Mekong. Der Mekong führt zur Regenzeit so viel Wasser, dass der Tonle Sap in dieser Zeit in umgekehrter Richtung fließt und den See zusätzlich mit Wasser füllt. Auch das eine Besonderheit.
Die Bewohner haben ¨schwimmende Dörfer¨ gebaut, die sich dem Wasserstand anpassen - eine geniale Idee!
Nun ist allerdings Trockenzeit und der See hat sich weit, weit zurückgezogen. Die Straße, auf der ich gekommen war, endete irgendwann im Nichts und es war kein See zu sehen. Lediglich ein Rinnsaal führte Fischer und Ausflugsboote wohl zum See...
Einen Ausflug mit einem Boot wollte ich aber nicht machen. Schließlich hatte ich ja mein Fahrrad dabei. Also blieb es bei einem Bild ohne See. Schwer vorzustellen, dass das in der Regenzeit alles überflutet ist...

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